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Andreas Schnell

Zieht man in Betracht, dass ich mehrere Jahre gebraucht habe, um diese Website online zu bringen, kann man vielleicht auch verstehen, warum ich ein miserabler Selbstvermarkter bin. Eine eigene – wenn auch kurze – Biografie zu verfassen, spielt sich in ähnlichen Gefilden ab. Nichtsdestotrotz kann es nicht so schwer sein, sich selbst auf eine Art und Weise zu beschreiben, die informativ und unterhaltend sein kann… dachte ich.

In einem Interview sagte der englische Schriftsteller John le Carré einmal, das es seiner Meinung nach drei Typen von Autoren gibt: Solche die reich und berühmt werden wollen, solche die Getriebene sind und einfach schreiben müssen und solche die denken sie haben etwas zu sagen. Er selber zählte sich damals übrigens zur ersten Kategorie, bis es soweit war, dass er im Supermarkt erkannt wurde. Ab diesem Zeitpunkt war ihm die Berühmtheit zuwider.

 Andreas SchnellIch selbst kann mich nach reiflicher Überlegung zu denen zählen, die einfach schreiben müssen, komme was da wolle. Wenn ich mir mal ein paar Tage Auszeit gönne oder aus anderen Gründen nicht dazu komme zu schreiben, geht es mir spätestens nach dem dritten Tag beschissen. Ich bekomme schlechte Laune, es juckt mich in den Fingern und dann weiß ich wieder: Es ist Zeit zum Stift, egal ob virtuell oder echt, zu greifen. Es kommt nicht immer etwas dabei heraus was ich selbst als lesenswert klassifizieren würde (das zum Thema, das man „denkt“ man habe etwas zu sagen) aber es geht mir dann sehr schnell wieder besser.

Ohne darüber tatsächlich Buch geführt zu haben, würde ich vermuten, dass ich von 365 Tagen im Jahr rund 340 schreibe. Was dabei herauskommen kann, ist ganz unterschiedlich. Manchmal entsteht tatsächlich eine Geschichte, mal kurz mal lang, oder auch nur ein Fragment. Vieles entwickelt sich erst, wenn ich tatsächlich in der Geschichte versinke, die Welt und die Charaktere am eigenen Leib spüren kann. Dann entscheidet sich sehr schnell, ob ich an dieser einen Geschichte weiter schreibe, sie erst einmal liegen lasse oder auch direkt in den Papierkorb schmeiße.

 

Mehr als 300 Worte geschrieben und noch keine Informationen von der Art preisgegeben, die man in einer Bio erwarten würde. Definitiv auch eine Kunst! Zu den sogenannten harten Fakten kann ich noch folgendes beitragen: 1973 geboren bin ich definitiv ein Kind der 1980er Jahre, obwohl mir das meiste was damals so passiert ist, heute einfach nicht dem in den Kopf geht. Auch wenn ich den kommenden Jahren viel Zeit an den unterschiedlichsten Orten verbracht habe, habe ich Frankfurt am Main immer als meine Heimat gesehen. Ich zitiere an dieser Stelle gerne den Frankfurter Dichter Friedrich Stoltze: „Es is kaa Stadt uff der weite Welt, die so merr wie mei Frankfort gefällt, un es will merr net in mein Kopp enei: wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!“

Im Frankfurter Gallusviertel groß geworden, einem der typischen Arbeiterviertel der Mainmetropole, habe ich mittlerweile im Frankfurter Norden meine Heimat gefunden, an der Grenze zwischen den beiden Stadtteilen Ginnheim und Eschersheim. Es ist – zumindest für Frankfurter Verhältnisse – ruhig, grün und die Nachbarn lassen einen in Ruhe. Das ist auch gut so, denn mit „Kind und Kegel“ machen wir schon selbst genug Rabatz.

Wenn ich nicht schreibe (erwähnte ich schon, dass das selten vorkommt?), findet man mich zumeist in der Frankfurter Innenstadt in einem der zahlreichen Cafés, wo ich einen Espresso genieße, mir die Frankfurter und Touristen anschaue und mit Freunden häufig dummes Zeug rede. Wenn mich jemand fragt, was ich denn eigentlich so mache, antworte ich das ich schreibe und wenn ich dann zu hören bekomme, ob ich denn keinen „richtigen“ Beruf hätte, weiß ich, dass ich zuhause bin.