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Antrittsrede wegen Geschäftsführerwechsel

Liebe Kunden,
Liebe Supporter,
Liebe Fans,

 

bei einem Geschäftsführerwechsel ist es Usus, dass sich der Neue vorstellt und etwas über seine Ziele für das Unternehmen berichtet. Mit der Tradition möchte ich nicht brechen.

Mein Name ist Rouven Weinbach und seit dem 3. Mai bin ich der neue Geschäftsführer von 13Mann. Ich bin 36 Jahre alt und hauptberuflich arbeite ich bei einem Logistikkonzern. Ihr habt richtig gelesen, die Geschäftsführung von 13Mann ist für mich ein Nebenjob.

Rollenspiele betreibe ich, seit ich 12 Jahre alt bin und Traveller lernte ich bereits in den 80er Jahren kennen. Meine Erfahrung mit Rolemaster sammelte ich erst in den 90er Jahren, aber es hat auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wenn ich mal gerade nichts mit Rollenspielen zu tun habe, dann lese ich, mache Wing Chun, versuche im Urlaub zu tauchen (wo möglich) oder wandere auch mal gerne.

Mit dem 13Mann Verlag kam ich schon 2008 in Kontakt, als ich die Idee für ein Traveller Roboterbuch hatte. Mongoose hatte zu der Zeit noch keines angekündigt und als Traveller-Spieler fehlte mir ein Regelbuch, das ich schon seit meinen Traveller-Anfängen regelmäßig genutzt habe.

Nachdem ich lange Zeit nur Autor war, bin ich dann im August letzten Jahres intensiver eingestiegen als Traveller Produktmanager, da mir die Veröffentlichungszeiträume zu gering waren und ich mehr für den Verlag tun wollte.

Zum Verlag: Der 13Mann Verlag wurde 2007 von ein paar Rollenspiel-Enthusiasten gegründet, mit der Absicht, Rolemaster und später auch Traveller auf den deutschen Markt zu bringen, was sie dann auch taten. Genau wie ich haben aber alle ausnahmslos einen Hauptberuf, der nichts mit dem Verlag zu tun hat und sie gehen der Produktion von Rollenspielen in ihrer Freizeit nach. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile.

Als ich das Produktmanagement für Traveller übernahm, wurde mir sehr schnell klar, dass es nicht damit getan ist, einfach nur immer mehr neue Bücher herauszubringen. Es gab mehrere Probleme und als Produktmanager konnte ich nicht alle davon lösen. Soviel war mir klar. Wir haben intern diskutiert und letzten Endes wurde beschlossen, dass ich die Geschäftsführung übernehmen sollte (oder vielleicht bin ich bei der Aufforderung „Freiwillige vor!“ einfach nur zu langsam zurückgetreten).

Die Herausforderungen stellen sich mir wie folgt dar:

a)      Rollenspiele sind ein Nischenmarkt. Das ist jetzt sicherlich keine Neuigkeit und andere Rollenspiel-Verlage haben damit genauso zu kämpfen, doch es ist eine wichtige Klammer, die über allem hängt, was wir machen. Es bedeutet: Es werden nicht so viele Bücher verkauft. Bei fast allen in Deutschland erscheinenden Rollenspielen liegt die Auflagenhöhe entweder im drei- oder unterem vierstelligen Bereich.

b)      Deutsche können Englisch. Das ist zwar allgemein gut, aber wenn man ein Buch aus dem Englischen ins Deutsche überträgt (Rolemaster, Traveller) und selbst wenn man dabei schnell macht und vermutlich sechs bis neun Monate nach dem englischen Original auf den Markt kommt, haben sich viele Fans bis dahin schon das englische Original gekauft. Und wer schon ein Buch hat, kauft sich in der Regel kein zweites von der gleichen Art.

c)       Immer mehr wird über Amazon verkauft. Ich hatte vor einiger Zeit mal im Forum aufgeführt, einige von Euch haben es gelesen, wie viel vom Preis, den der Kunde bezahlt letztlich beim Verlag hängenbleibt. Das ist ein Bruchteil des eigentlichen Preises. Beinahe 60% bleiben bei Amazon hängen. Und die Verkäufe verschieben sich immer mehr von Einzelhändlern zu Amazon hin. Ich will das Unternehmen damit nicht verteufeln, aber es hat auch einen gewaltigen Einfluss auf die Marge, die dem Verlag damit bleibt. Als Konsequenz mussten wir die Preise erhöhen, was verständlicherweise auch nicht gut angekommen ist.

d)      „Bei 13Mann arbeiten 13 Leute Vollzeit.“ Ich habe manchmal den Eindruck, dass Leute glauben, bei 13Mann würde tatsächlich eine große Anzahl an Personen Vollzeit arbeiten und wenn wir nicht gerade damit beschäftigt sind, Bücher nicht herauszubringen, dann baden wir in dem Geld von all den Büchern, die wir nicht verkauft haben. Zugegebenermaßen hat der Verlag in der Vergangenheit wenig getan, um dieses Image zu zerstreuen, aber andererseits mussten wir uns des Problems auch erst mal bewusst werden, dass es diese Wahrnehmung über uns gibt. Der Name ist vielleicht auch irreführend, aber Tatsache ist, dass bei 13Mann niemals 13 oder mehr Personen gearbeitet haben – und schon gar nicht Vollzeit. Im Augenblick arbeiten fünf Personen in ihrer Freizeit im Verlag. Und die Punkte a) bis c) sollten eigentlich schon vermuten lassen, dass wir bestimmt nicht in Geld baden.

e)      „Wenn du willst, das etwas richtig gemacht wird…“ Damit eine Produktlinie weitergeführt werden kann, muss es jemanden geben, der sich damit auskennt und sich darum kümmert. Fans von Heredium mussten dies im letzten Jahr schmerzlich feststellen. Heredium ist ein Nischenprodukt in einem Nischenmarkt und ist daher auf jemanden angewiesen, der es führen und betreiben kann, sonst dümpelt es vor sich hin. Der 13Mann Verlag hat im Augenblick niemanden für Heredium.

Einige dieser Punkte kann ich als Geschäftsführer angehen, bei anderen kann der Verlag einen „Workaround“ erarbeiten, aber bei einigen können wir nichts tun. Was bedeutet das konkret für Eure Produktlinien?

a)      Rolemaster: Da Bernd nun nicht mehr Geschäftsführer ist, kann er sich ganz als Produktmanager um Rolemaster kümmern. Es gibt ja noch einige Bücher, die sehnsüchtig von Euch erwartet werden und um die er sich nun konzentrierter kümmern kann.

b)      Traveller: Science Fiction verkauft sich generell schlechter als Fantasy. Eine Produktlinie sollte aber in der Lage sein, weitere Bücher zu finanzieren, sonst macht es wirtschaftlich keinen Sinn. Das ist auch der Grund, warum wir mehr Eigenprodukte und sogar englische Produkte auf den Markt bringen. Wir wollen damit unseren Kundenstamm erweitern, damit wir Euch endlich auch die verbleibenden MgT-Bücher liefern können. Wir werden uns dazu noch mehr um neue Spieler für Traveller kümmern aber auch in der Zukunft verstärkt auf Crowdfunding zurückgreifen. Christian Hanisch ist hier der Produktmanager und muss sich im Augenblick eine Menge im Forum anhören, weil der Produktfahrplan nicht eingehalten wurde, den ich letztes Jahr aufgestellt habe. Das war leider, bevor ich einen tieferen Einblick in die Probleme gewonnen hatte. Tut mir einen Gefallen und macht ihm das Leben dafür nicht zu Hölle, sondern bietet ihm Eure Hilfe an. Zum Beispiel, ladet neue Mitspieler in eure Traveller Runden ein, spielt und erzählt von Euren Spielen, nehmt an einem Crowdfunding teil, wenn es eines gibt, verbreitet die Nachricht und unterstützt Euer Produkt. Sprecht Christian am besten direkt an - gerade im Bereich Neueinsteiger gibt es viele Möglichkeiten, wie der Verlag Euch dabei unterstützen kann, neue Spieler ins Spiel zu bringen.

c)       ABOREA: Sebastian ist hier der Produktmanager und kümmert sich drum. Nachdem die erste Auflage sich so schnell ausverkauft hat, war die zweite eine logische Folge. Der Bedarf ist also da, auch heute gibt es noch eine Jugend, die Rollenspiele außerhalb des Computers kennenlernen möchten. Das Wunder habe ich selbst auf der Internationalen Spielemesse in Essen bewundern dürfen. Sebastian arbeitet derzeit an einem Spielleiterschirm und dem letzten Teil der Serie Abenteuer in Trion, sowie dem Kampagnenset (die beiden letzten sind auch für Rolemaster)) und hat noch ein paar andere Pfeile im Köcher. Hier ist aber Sorgfalt gefragt und auch etwas mehr Zeit, aber es kommt definitiv mehr.

d)      Heredium: Heredium ist im Augenblick unser Sorgenkind. Wir haben hier keinen Produktmanager. Es kümmert sich niemand darum und das hat ein gutes System wie Heredium nicht verdient. Hier muss also zunächst ein Produktmanager gefunden werden, bevor es weiter gehen kann. Ist diese Hürde genommen, müssen weitere Bücher erst mal über Crowdfunding finanziert werden.

Ich habe mehrmals Crowdfunding erwähnt. Das ist sicherlich kein Allheilmittel und gerade auf dem deutschen Markt schwierig, aber es kann helfen die Buchfrequenz zu erhöhen. Prinzipiell sollte ein Buch in der Lage sein, sich selbst und ein anderes Buch zu finanzieren. Wenn dies nicht geht, oder nicht so schnell, wie gehofft, dann kann Crowdfunding eine Methode sein, die Finanzierung des Buches zu beschleunigen (und seien wir ehrlich, daran hängt es im Augenblick bei fast allen Büchern, egal ob Rolemaster, Traveller oder Heredium). Wenn wir eine Crowdfunding-Kampagne starten, dann würde ich mir wünschen, dass Ihr sie unterstützt und verbreitet und uns ein konstruktives Feedback gebt, denn trotz des Namens „13Mann“ sind wir im Augenblick nur 5 Personen, die ihre Freizeit dafür verwenden Euch ein paar gute Rollenspiele und Abenteuer zu bringen.

Wer mehr tun möchte, kann sich direkt bei uns melden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Und ich möchte an dieser Stelle allen danken, die in all den Jahren in ihrer Freizeit soviel möglich gemacht haben für 13Mann.

Ich bin zuversichtlich, dass wir die richtigen Werkzeuge haben, um die kommenden Herausforderungen zu meistern. Vieles wird aber stark von der Community und den Fans abhängen und wie sehr Ihr uns unterstützt.

Ich wünsche Euch viel Spaß mit den 13Mann-Produkten – auf das immer mehr und bessere kommen werden!

Rouven